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Nachhaltigkeitskultur.de 

Stand: 14 Dezember, 2006

 

 Gut für Gegenwart und Zukunft

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D i e  I d e e

Deutschland im Reformstau . -  Woher rührt diese Schwerfälligkeit, das eigene Verhalten einer veränderten Wirklichkeit anzupassen? Liegt es an einer Wirklichkeitsverweigerung, einer Tabuisierung von unangenehmen Fakten, der Angst vor Veränderung, geistiger Trägheit und fehlendem Mut, sich Herausforderungen  zu stellen?   In jedem Fall spielen die Grundeinstellungen und die Wertkonzepte, die den Einzelnen wie die Gesellschaft prägen, eine entscheidende Rolle. “Nachhaltigkeitskultur.de” will Zusammenhänge zwischen “Kultur in Deutschland” und ihren Ausprägungen einerseits und  der gesellschaftlichen Wirklichkeit andererseits aufzeigen und zu einem neuen Denken und Handeln im Sinne einer Nachhaltigkeitskultur ermutigen

Kultur - Was ist das eigentlich?

Alle reden über Kultur: den jüngst gekürzten Kulturhaushalt der Länder oder der Kommunen, die fremden Kulturen, die man auf Auslandsreisen erleben durfte, den Bundesbeauftragten für Kultur. - Doch: Was ist Kultur und warum ist sie für uns so existentiell bedeutsam? Liegt es an der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung kultureller Institutionen und Veranstaltungen, wie Museen, Theaterhäuser und Konzerthallen?

Der Duden definiert “Kultur” in prägnanter Kürze als “die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Äußerungen einer Gemeinschaft, eines Volkes”

Der Begriff der Kultur ist demnach zunächst einmal wertneutral: Er erfasst nicht nicht nur diejenigen geistigen Äußerungen, die “dem Wahren, dem Guten und dem Schönen” gewidmet sind, sondern  alle geistigen Äußerungen eines Volkes.

Und: Kultur gilt als etwas, was dem Menschen vorbehalten ist. Es sind die geistigen Fähigkeiten, die den Menschen von anderen Kreaturen unterscheidet: Seine Fähigkeit, sich die Vergangenheit zu vergegenwärtigen, eine Vorstellung von der Zukunft zu entwickeln und auf deren Grundlage in der Gegenwart zu Handeln und die Welt zu gestalten.

Die persönlichen Erfahrungen und Hoffnungen jedes Einzelnen prägen auch die Sicht  der Welt und die Art und Weise, wie die Sachverhalte des Lebens bewertet werden. Diese persönlichen Wertungen zeigen sich in allen Lebensäußerungen, insbesondere im bewußten, aktiven Tun und Gestalten, d.h. den geistigen Äußerungen des Einzelnen.

Wenn Kultur als die Gesamtheit der geistigen Äußerungen eines Volkes definiert wird, will dies besagen, das bei aller Verschiedenheit der geistigen Äußerungen der Einzelnen es dennoch erkennbare Grundtendenzen und Grundhaltungen gibt, die die Kultur eines Volkes ausmachen und kennzeichnen.

Hubertus.Rybak, März 2002

Nachhaltigkeitskultur - Eine Kultur die Zukunft hat!

Die Kultur eines Landes wird gemeinhin als etwas Gegebenes betrachtet, etwas das da ist, sich aber jeder Gestaltung entzieht. Diese passive Ergebenheit in scheinbar Unabänderliches lässt sich auch im Leben des Einzelnen beobachten: Misserfolge werden häufig damit erklärt, dass man halt so sei und aus seiner Haut nicht herauskönne.  

Was ist aber der Grund dafür, dass die politischen, wirtschaftlichen und geistigen Eliten unseres Landes nicht die Frage aufwerfen,  wie sich die geistigen Grundhaltungen, Einstellungen und Wertkonzepte, die die Gegenwartskultur unseres Landes prägen, auf die  Zukunftsfähigkeit unseres Landes auswirken? Warum ist es tabu, über die kulturellen Ursachen der unbefriedigenden Zustände in vielen Bereichen unserer Gesellschaft zu diskutieren? Warum wird nicht erörtert, wie sich die Einstellungen und der Umgang mit der Wirklichkeit ändern müssten, um in einer sich wandelnden Welt bestehen zu können? Müsste dies nicht eine zentrale Ausgangsfrage für alle diejenigen sein, die sich und ihr Gemeinwesen verstehen wollen und die frei sein wollen, ihr Leben und das ihrer Gemeinschaft in glückliche Bahnen zu lenken? 

„Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gewinnen“. Individuelle wie auch kollektive geschichtliche Erfahrungen  sind der Nährboden für Wertsysteme, Grundhaltungen und Einstellungen. Häufig werden sie intuitiv erlernt und angenommen, zum Teil aber auch bewusst gestaltet. Nur wer sich bewusst ist, welche Wertkonzepte und Grundeinstellungen sein tägliches Handeln leiten und woher sie kommen,  ist imstande, auf neue Probleme angemessene Antworten zu geben. Wertkonzepte, die in der Vergangenheit die richtigen Antworten auf Herausforderungen ermöglichten, können sich heute als völlig ungeeignet erweisen. 

Auf welche Art und Weise den Herausforderungen des Lebens begegnet wird, ist für den Einzelnen, für Gemeinschaften und Völker eine Frage von Erfolg oder Misserfolg, häufig von Krieg oder Frieden,  schlimmstenfalls eine des Überlebens oder des Untergangs. Dies belegt die Geschichte des Auf- und Abstiegs früherer Hochkulturen. Auf längere Sicht erfolgreich und  lebensfähig sind der Einzelne sowie eine Gemeinschaft daher nur dann, wenn sie geistig darauf ausgerichtet sind, Entscheidungen daran zu orientieren, inwieweit diese für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft, der er angehört, langfristig eine sachgerechte und tragfähige Problemlösung bieten. Eine Kultur, zu deren Wesensmerkmalen es gehörte, ihre Wertkonzepte, Grundhaltungen und Verhaltensweisen stets auf ihre nachhaltige Tauglichkeit zu überprüfen, wäre eine Kultur, die als Nachhaltigkeitskultur bezeichnet werden könnte. Sie wäre eine Kultur, die die begründete Hoffnung auf eine Zukunft in sich trüge.

            Hubertus Rybak, März 2002

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