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Nachhaltigkeitskultur - Eine Kultur die Zukunft hat!
Die Kultur eines Landes wird gemeinhin als etwas Gegebenes betrachtet, etwas das da ist, sich aber jeder Gestaltung entzieht. Diese passive Ergebenheit in scheinbar Unabänderliches lässt
sich auch im Leben des Einzelnen beobachten: Misserfolge werden häufig damit erklärt, dass man halt so sei und aus seiner Haut nicht herauskönne.
Was ist aber der Grund dafür, dass die politischen, wirtschaftlichen und geistigen Eliten unseres Landes nicht die Frage aufwerfen, wie sich die geistigen Grundhaltungen, Einstellungen und
Wertkonzepte, die die Gegenwartskultur unseres Landes prägen, auf die Zukunftsfähigkeit unseres Landes auswirken? Warum ist es tabu, über die kulturellen Ursachen der unbefriedigenden Zustände
in vielen Bereichen unserer Gesellschaft zu diskutieren? Warum wird nicht erörtert, wie sich die Einstellungen und der Umgang mit der Wirklichkeit ändern müssten, um in einer sich wandelnden Welt
bestehen zu können? Müsste dies nicht eine zentrale Ausgangsfrage für alle diejenigen sein, die sich und ihr Gemeinwesen verstehen wollen und die frei sein wollen, ihr Leben und das ihrer Gemeinschaft in
glückliche Bahnen zu lenken?
„Wer seine Vergangenheit nicht kennt, kann die Zukunft nicht gewinnen“. Individuelle wie auch kollektive geschichtliche Erfahrungen sind der Nährboden für Wertsysteme, Grundhaltungen und
Einstellungen. Häufig werden sie intuitiv erlernt und angenommen, zum Teil aber auch bewusst gestaltet. Nur wer sich bewusst ist, welche Wertkonzepte und Grundeinstellungen sein tägliches Handeln
leiten und woher sie kommen, ist imstande, auf neue Probleme angemessene Antworten zu geben. Wertkonzepte, die in der Vergangenheit die richtigen Antworten auf Herausforderungen ermöglichten,
können sich heute als völlig ungeeignet erweisen.
Auf welche Art und Weise den Herausforderungen des Lebens begegnet wird, ist für den Einzelnen, für Gemeinschaften und Völker eine Frage von Erfolg oder Misserfolg, häufig von Krieg oder
Frieden, schlimmstenfalls eine des Überlebens oder des Untergangs. Dies belegt die Geschichte des Auf- und Abstiegs früherer Hochkulturen. Auf längere Sicht erfolgreich und lebensfähig sind
der Einzelne sowie eine Gemeinschaft daher nur dann, wenn sie geistig darauf ausgerichtet sind, Entscheidungen daran zu orientieren, inwieweit diese für den Einzelnen wie für die Gemeinschaft, der er
angehört, langfristig eine sachgerechte und tragfähige Problemlösung bieten. Eine Kultur, zu deren Wesensmerkmalen es gehörte, ihre Wertkonzepte, Grundhaltungen und Verhaltensweisen stets auf
ihre nachhaltige Tauglichkeit zu überprüfen, wäre eine Kultur, die als Nachhaltigkeitskultur bezeichnet werden könnte. Sie wäre eine Kultur, die die begründete Hoffnung auf eine Zukunft in sich trüge.
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